Aschgabat: Sehenswürdigkeiten, Infos & Flüge
Aschgabat ist die Hauptstadt Turkmenistans, eines zentralasiatischen Landes mit einem geschlossenen politischen Regime und einer auf Erdgas basierenden Wirtschaft. Die Stadt zeichnet sich durch ihre Architektur aus weißem Marmor aus, ein städtebauliches Projekt, das kolossale Monumente, breite Alleen und eine Planung kombiniert, die das institutionelle Image über den Alltag stellt. Man reist nach Aschgabat hauptsächlich aus historischer Neugier und wegen seiner Einzigartigkeit: Es ist eine im 21. Jahrhundert fast von Grund auf neu errichtete Hauptstadt mit wenigen Freizeitangeboten und einer offensichtlichen staatlichen Kontrolle.
Sehenswürdigkeiten
Das Zentrum von Aschgabat ist ein Freilichtmuseum aus weißem Marmor. Die Hauptallee, Bitarap Turkmenistan, konzentriert die Regierungsgebäude und das Neutralitätsmonument, einen dreibeinigen Bogen, gekrönt von einer goldenen Statue, die sich dreht, um der Sonne zu folgen. Die Ertugrul-Gazi-Moschee im osmanischen Stil ist einer der wenigen für die Öffentlichkeit zugänglichen Gebetsorte und besticht durch ihre Größe und die sie umgebenden Gärten.
Ein weiteres großes Highlight ist der Unabhängigkeitskomplex mit einer zentralen Säule und einer Statue des ehemaligen Präsidenten Saparmurat Niyazov. Die meisten Gebäude können von außen fotografiert werden, aber der Zugang zu den Innenräumen ist oft eingeschränkt. Es gibt keine Altstadt: Die Stadt wurde 1948 durch ein Erdbeben zerstört und danach wieder aufgebaut, zunächst im sowjetischen Stil und später mit der aktuellen Ästhetik.
Viertel und Fortbewegung
Aschgabat hat keine Viertel mit eigener Identität wie andere Hauptstädte. Die Stadt gliedert sich in Wohnbezirke mit Apartmentblocks und Verwaltungszonen. Der beste Weg, die Stadt zu erkunden, ist per Taxi oder privatem Auto, da die Entfernungen groß sind und die öffentlichen Verkehrsmittel knapp und unzuverlässig sind. Zu Fuß im Zentrum unterwegs zu sein ist möglich, aber die extreme Hitze im Sommer macht dies tagsüber unmöglich.
Der Unabhängigkeitspark und die Promenade am Karakum-Kanal sind die einzigen relevanten Grünflächen. In der Dämmerung schaffen die beleuchteten Brunnen und Monumente eine künstliche, aber fotogene Atmosphäre. Im Zentrum gibt es kein traditionelles Marktviertel; der bekannteste Basar, Tolkuchka, liegt am Stadtrand und funktioniert vor allem an Wochenenden.
Museen und Theater
Das Nationale Historische Museum neben dem Flughafen ist die umfassendste kulturelle Besichtigung: Es zeigt archäologische Funde, Teppiche und Objekte aus der Sowjetzeit. Das Teppichmuseum im Zentrum ist unverzichtbar, um das lokale Kunsthandwerk zu verstehen, mit großen Stücken und Erklärungen zu tribal Designs. Beide haben begrenzte Öffnungszeiten und schließen meist montags.
Das wichtigste Theater ist das Nationale Dramatheater mit Aufführungen in turkmenischer und russischer Sprache. Die Vorstellungen sind selten und in der Regel nicht untertitelt, weshalb es für ausländische Reisende keine Priorität darstellt. Oper und Ballett haben in der Stadt keinen festen Spielort.
Ausflüge in der Nähe
Der empfehlenswerteste Ausflug führt zu den Ruinen von Nisa, 18 km westlich der Stadt. Es war die Hauptstadt des Partherreiches und ist heute UNESCO-Weltkulturerbe. Erhalten geblieben sind Lehmziegelmauern, Palastreste und eine Wüstenlandschaft, die im Kontrast zum Marmor von Aschgabat steht. Man benötigt private Transportmittel und theoretisch eine Genehmigung für den Besuch der Zone, obwohl man in der Praxis mit dem Touristenvisum Zugang erhält.
Eine weitere Option ist das Gasloch von Darvaza, etwa 260 km nördlich, bekannt als das „Tor zur Hölle“. Es ist seit 1971 ein brennendes Gasloch, das nachts sichtbar ist. Der Ausflug erfordert einen ganzen Tag und eine vorherige Organisation, da es keine öffentlichen Verkehrsmittel gibt. Er wird üblicherweise mit privatem Fahrer durchgeführt, wobei man vor Ort in Zelten übernachtet.
Häufig gestellte Fragen
Ist eine Reise nach Aschgabat sicher?
In Bezug auf Kriminalität ist es eine sichere Stadt mit niedriger Diebstahlrate und sichtbarer Polizeipräsenz. Das Hauptrisiko ist administrativer Natur: Man muss immer Reisepass und Visum bei sich tragen, und Kameras können vorübergehend beschlagnahmt werden, wenn man Regierungsgebäude fotografiert. Die einheimische Bevölkerung ist zurückhaltend, aber nicht feindselig gegenüber Ausländern.
Wie viele Tage braucht man, um die Stadt zu sehen?
Mit zwei vollen Tagen reicht es aus, das Zentrum, die beiden wichtigsten Museen und den Ausflug nach Nisa zu besichtigen. Ein dritter Tag ermöglicht einen Besuch in Darvaza, wenn man einen Fahrer bucht. Es gibt keine weiteren Attraktionen, die einen längeren Aufenthalt rechtfertigen, und das Fehlen eines Nachtlebens sowie vielfältiger Restaurants führt dazu, dass die meisten Reisenden nicht länger bleiben möchten.